2. Teil
Jetzt, nochmals 650 Jahre später will der Autor uns selbst "auf den Zahn fühlen". Uns - Gesellschaft irgendwo, hier und überall in Mitteleuropa, innerhalb eines Gesellschaftskreises, egal ob auf dem Lande oder im Jetset lebend.
Die bis jetzt beleuchteten Konflikte müssten heute in unserer aufgeklärten Zeit endgültig geklärt sein. Auch auf dem Dorfe gehört heute doch ein uneheliches Kind ebenso wie ein sogenannter "nicht standesgemäßer Ehepartner" zur Normalität.
In dieser Hinsicht jedenfalls scheint die gesellschaftliche Entwicklung fortgeschritten zu sein, das Thema könnten wir uns also eigentlich sparen - und Emmeram braucht uns nicht mehr zu beschäftigen.
Das Stück möchte zeigen, dass es sehr wohl auch heute noch Konflikte geben kann, die ein Eingreifen eines Menschen, eines Emmeram notwendig machen. Leid, Not, wer hilft, wenn die Gesellschaft verurteilt? Wo steht heute der Pranger? Wer traut sich einem Verurteilten beizuspringen, wenn die Medien ihn gerichtet haben? <Ich trete ein für Dich!> Das war und ist die Botschaft von Emmeram. Aus der Zeit - in die Zeit.